Conveen Sitting Bulls

Knapp am Finale vorbei: 3. Platz in Malmö

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Malmö Open 2010Gegen die Hausherren gab es für die Conveen Sitting Bulls bei den diesjährigen Malmö Open im Kampf um den Finaleinzug eine knappe 60:69-Niederlage – am Ende konnte man aber doch mit einem dritten Platz im Gepäck die Heimreise antreten.

Dabei begann das Turnier für den regierenden österreichischen Meister im Heimatland von Legionär Joachim Gustavsson nicht gerade nach Wunsch. Offensichtlich noch von den Reisestrapazen überfordert und eingelullt setzte es am Freitag Nachmittag eine klare 37:77-Schlappe gegen den schwedischen Meister und Cupsieger, die Norrköping Dolphins. Die beiden anderen Gruppenspiele gegen St. Petersburg und Nacka HI gewannen die Sitting Bulls aber dank einer sehr guten Defensivleistung recht sicher, was den zweiten Gruppenrang in der als stärker einzuschätzenden Gruppe B bedeutete.
Im Halbfinale hieß der Gegner dann Malmö FIFH, die sich mit dem Weltklassespieler und mit Galtasaray Istanbul amtierenden Champions-Cup-Sieger Hussein Haidari für dieses Turnier verstärkt hatten. In einem über weite Strecken ausgeglichenen Match hatten am Ende die Schweden den längeren Atem und siegten mit 69:60. Im Spiel um Bronze sicherten sich die Bulls durch einen klaren 80:55-Sieg gegen Norrbacka den dritten Platz. Nun können sie zuversichtlich auf die im nächsten Monat in Klosterneuburg stattfindende Euroleague 2-Vorrunde, das Highlight der Saison 2009/2010, blicken.

Conveen Sitting Bulls – Norrköping Dolphins 37:77 (16:43)
Die meisten Bullen mussten vor 4 Uhr in der Früh aufstehen, um zunächst von Wien Schwechat nach Kopenhagen Kastrup zu fliegen und anschließend mit dem Zug den Öresund nach Malmö zu überqueren. Dort erwartete die Bullen bei –7° auch noch beißender Wind. Die imponierende Aggressivität der jungen, erfolgshungrigen Delfine, die fünf Mal pro Woche trainieren, kein klarer Kopf für das Auftaktspiel seitens der Sitting Bulls, die eisige Zugluft in der Halle – warm ums Herz wurde dem Trainergespann Andreas Zankl und Josef Wastian beim 4:27-Fehlstart in Viertel 1 wohl kaum. Die fünf Schweden rund um den unglaublich schnellen Linden spielten fast 40 Minuten Full Court Press, mit der die Niederösterreicher erst in Halbzeit 2 so einigermaßen zurechtkamen. Mangelnde Konsequenz im Kampf um die Rollstuhlposition und zu langsames und ungenaues Passspiel führten zu nicht weniger als 23 Turnovern, das Match war also eine klare Angelegenheit für die schwedische Mannschaft und für die Sitting Bulls zum Vergessen. Als einziges Positivum bleibt der tolle Auftritt von Danijel Savic zu erwähnen, der in der zweiten Hälfte defensiv überzeugte und mit vier Würfen starke sechs Punkte erzielte.
Gustavsson 14, Kraft, Savic je 6, Wastian 4, Hanisch, Kaufmann, Prause je 2, Riedl 1, Eckerl bzw. Linden 20, Lindblom 19, Mortensen 11, Arnborn 9, Lilja 8, Marcus 6, Alshneribi, Nylander je 2, Karlsson

Conveen Sitting Bulls – Nevsky Alliance St. Petersburg 59:44 (21:25)
Mühsam wirkte auch der Start der Sitting Bulls in die zweite Partei am Freitag Abend. Auch wenn der Gegner aus St. Petersburg über mehrere Legionäre verfügt, so musste er doch auf den wichtigen Scorer Andrej Litvyak verzichten, weswegen sich die Bullen schon eher in der Favoritenposition sahen. Offensiv lief recht wenig in den ersten zwanzig Minuten, Gustavsson hatte von seiner Wurfposition rechts außen eine schon richtig ungewohnt schlechte Trefferquote, und in der Zone konnten sich die Bullen auch nicht gerade viele aussichtsreiche Wurfpositionen verschaffen – und wenn mal ein geeignetes Mismatch vorhanden war, wurde zumeist der Pass nicht gespielt. Einige billige Fehler in der Rückraumsicherung und ein Fehler des Schreibertisches bedingten eine russische Führung mit vier Punkten vor der Pause, in der dann die Bullen eine taktische Änderung beschlossen, die auch voll aufgehen sollte: Prause stellte nun den Wurfschirm für Gustavsson, während Kraft auf der anderen Seite seine Positionen innerhalb der Zone suchte. Zudem bewegten sich Wastian und Riedl viel mehr, und aus dem statischen, unansehnlichen Spiel der ersten Hälfte wurde plötzlich ein durchaus schönes Kombinationsspiel. Die Defensive stand in der zweiten Halbzeit noch besser als in der ersten, und so setzten sich die Bullen Punkt um Punkt von den immer verzweifelnder agierenden Russen ab. Letztlich fuhren die Niederösterreicher einen souveränen 59:44-Erfolg ein und hatten sich vor dem abschließenden Match gegen den vermeintlich Gruppenschwächsten Nacka schon so gut wie für das Halbfinale qualifiziert.
Gustavsson 23, Kraft 17, Wastian 11, Prause, Riedl je 4, Kaufmann bzw. Skucas V. 18, Laykov, Mukhanov je 8, Ermolinskiy, Luukonnen je 4, Stanislovaitis 2, Okulov, Poslanichenko, Skucas K.

Conveen Sitting Bulls – Nacka HI 63:53 (28:21)
Recht souverän starteten die Sitting Bulls in dieses Match, das sie sogar mit mehr als zehn Punkten verlieren hätten können, um sich dennoch für das Halbfinale zu qualifizieren. Gustavsson kam immer wieder recht leicht auf seine Wurfpositionen auf der rechten Seite, und im Falle eines Fehlwurfes war sehr oft der stark aufspielende Youngster Andreas Kraft mit einem seiner insgesamt elf Offensivrebounds zur Stelle. 17:10 war auf der Anzeigetafel nach zehn Minuten zu lesen, aber ab nun begann der Motor der Bullen ein wenig zu stottern. Offensiv agierten die Spieler von Andreas Zankl recht einfallslos, defensiv hatten sie immer wieder mit Peter Kohlström Probleme. Diese Probleme wurden im dritten Spielabschnitt immer größer, und Nacka kämpfte sich trotz Foulproblemen heran und ging in Minute 30 sogar mit 43:42 in Führung. Kraft verbannte Almlöt und Kohlström vom Court, indem er ihnen jeweils das fünfte persönliche Foul anhing, wenig später musste dann auch noch Johansson nach Foul an Wastian gehen. Jetzt hatten die Bullen wieder Oberwasser, auch wenn Öberg und Svanberg mit ihren Dreiern alles andere als eine Aufgabe signalisierten. Endstand der für die Sitting Bulls ziemlich typischen 8-Uhr-Morgen-Partie: 63:53 – das bedeutete den zweiten Gruppenplatz hinter den Norrköpping Dolphins und ein bevorstehendes spannendes Semifinale gegen den Gastgeber Malmö FIFH.
Gustavsson 26, Kraft 23, Kaufmann, Riedl je 6, Wastian 3, Eckerl, Hanisch, Prause bzw. Kohlström 16, Hussein 9, Svanberg 8, Almlöt 7, Johansson 6, Öberg 5, Nordquist 2, Alfeld, Hedenstedt

SEMIFINALE: Conveen Sitting Bulls – Malmö FIFH 60:69 (35:38)
Zunächst verzichtete die gastgebende Mannschaft auf ihren Importspieler Hussein Haidari und startete ohne ihn, nach fünf Spielminuten und einigen einfachen Punkten von Gustavsson unter dem Korb brachte ihn Coach Simonsson beim Stand von 10:10 und stellte die Verteidigung sofort auf Presse um. Damit konnte Malmö Gustavsson gut aus dem Spiel nehmen und auf 20:16 davonziehen, wobei Wastian und Kaufmann für die Sitting Bulls in dieser Phase gleich drei leichte Layups vergaben. Obwohl Haidari auch seine Distanzwürfe traf, klammerten sich die Sitting Bulls an den Schweden fest, stellten sich immer besser auf die Presse ein und trafen unter dem Korb enorm hochprozentig. Immer wieder konnte Kapitän Matthias Wastian seine Mitspieler gut in Szene setzen – er hielt zur Pause bereits bei 6 Assists. Sekunden vor der Pausensirene vergab Kaufmann, von Gustavsson zu früh in Szene gesetzt, einen schwierigen Layup, der die Führung für die toll kämpfenden Bullen bedeutet hätte. Doppelt bitter, dass der Fastbreak der Gastgeber noch rechtzeitig abgeschlossen werden konnte – statt in Führung, lag man jetzt zur Pause mit drei Punkten zurück. Auch im dritten Viertel blieb es spannend, immer wieder kamen die Bullen auf einen Punkt heran, verabsäumten es aber danach nachzulegen und gerieten immer wieder mit drei bis fünf Punkten in Rückstand. 51:53 nach 30 Minuten, fünf Minuten vor Spielende brachte Wastian sein Team auf einen Punkt heran. Dann aber ein kleines, vorentscheidendes Konzentrationsloch bei den Bulls: Den Südschweden gelingt ein schneller Gegenstoß und ein erfolgreiches Dreipunktspiel durch Kolz. Offensiv passiert bei den Bullen in den nächsten zwei Minuten nichts, Gustavsson hat es in diesem Match schwer auf seine Wurfposition zu kommen – und wenn er dort ist, trifft er diesmal leider kaum. Malmö setzt sich auf sieben Punkte ab, Wastian und Kaufmann scheitern mit ihren Dreipunktewürfen. Die Sitting Bulls müssen somit leider auf das von einem tollen Rahmenprogramm umgarnte Finale, das über 400 Zuschauer in die Halle lockt, verzichten.
Kraft 15, Gustavsson 14, Riedl 11, Wastian 10, Kaufmann 6, Prause 4 bzw. Haidari 18, Kolz 17, Klüver 12, Flensburg 10, Uhlman 6, Sandberg 4, Pedersen 2, Bill

SPIEL UM PLATZ 3: Conveen Sitting Bulls – Norrbacka 80:55 (47:23)
Sofort zeigen die Sitting Bulls, dass sie während dieses Wochenendes mehr Kraftreserven konservieren konnten, und dominieren von Beginn an. Gustavsson spielt einmal mehr eine fast perfekte Wurfmaschine von rechts und trifft in Hälfte Eins fast alles. Bei Norrbacka kann einzig und allein Byquist Akzente setzen, Routinier Berglund erwischt keinen guten Tag und muss nach zwanzig Minuten Einsatzzeit mit fünf Fouls, davon einem technischen, vom Feld – 10 Prozent Trefferquote sind auch nicht gerade überragend. Nach der frühen Vorentscheidung zur Pause, als die Bullen mehr als doppelt soviel Punkte wie Norrbacka auf ihrem Konto haben, kommen alle Spieler zum Einsatz. Absolut überragend beim ungefährdeten 80:55-Sieg und dem damit verbundenen Gewinn der Bronzemedaille ist der schwedische Legionär Gustavsson in Reihen der Bulls mit 41 Punkten.
Gustavsson 41, Kraft 16, Prause 10, Wastian 5, Kaufmann, Riedl je 4, Bock, Eckerl, Hanisch, Savic bzw. Byquist 21, Bestium 9, Blomquist, Dahl je 8, Hackzell 5, Berglund, Nylander je 2

Endklassement:
1. Norrköping Dolphins (SWE)
2. FIFH Malmö (SWE)
3. Conveen Sitting Bulls (AUT)
4. Norrbacka (SWE)
5. Nevsky Alliance (RUS)
6. Team Holland (NED)
7. Nacka (SWE)
8. Lavia Viborg (DEN)

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Letzte Ergebnisse


Challenge Cup
Sitting Bulls - Pilatus Dragons 46 : 54
Lodz - Sitting Bulls 48 : 68
Sitting Bulls - Wolverhampton 42 : 96
Sitting Bulls - Le Cannet 44 : 78
Lodz - Sitting Bulls 46 : 65

Endklassement Meisterschaft

  
1 Sitting Bulls
Flink Stones
Dolphins Wien
RSV Salzburg
Prag
Carinth.Broncos
RSC Tirol
Hobit Brno
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