Nach der fünften Vorrunde in der österreichischen Meisterschaft stehen die Conveen Sitting Bulls erstmals auf Platz eins in der Tabelle. Im Spitzenspiel der Runde wurden die Flink Stones dank eines überragenden Joachim Gustavsson und einer überzeugenden Mannschaftsleistung mit 86:64 in die Schranken gewiesen. 11 Siege aus 11 Spielen sprechen eine deutliche Sprache.
22 Punkte Differenz im Spiel gegen die Steirer - 22 Punkte erzielte alleine Gustavsson im 1. Viertel. Der Schwede hat zu Beginn des 2. Aufeinandertreffens der beiden Titelanwärter die Steirer fast im Alleingang zur Verzweiflung gebracht. Die Bullen-Maschine nimmt in der laufenden Saison immer mehr Fahrt auf. Zuvor feierten die Niederösterreicher im winterlichen Frohnleiten klare Siege gegen den RSV Basket Salzburg 2 (95:30) und den RSC Tirol (94:35). Der RSV Salzburg konnte mit einem 55:45 Sieg über die Tiroler einen großen Schritt Richtung Oberes Playoff machen.
RSV Salzburg – Conveen Sitting Bulls 30:95 (18:52)
Nach einem wenig aggressiven Beginn der Bullen in den ersten drei Minuten stellte Coach Andreas Zankl auf Full Court Press um, und die körperliche Überlegenheit der Sitting Bulls schlug sich sofort in Zählbarem nieder. Steal um Steal führte zu einfachen Fastbreakpunkten, und so zogen die Bullen, die ihre Chancen unter dem Korb hochprozentig nutzten, bis zur Pause weit davon. Zu Spielende sollten sie die Statistikwertung in der Kategorie Steals mit sage und schreibe 24:2 gewinnen.
Nach der Pause spielten die Bullen wieder Zonenverteidigung, durch aggressives Doppeln des Ballführers ergaben sich aber nach wie vor zahlreiche einfache Kontersituationen. Auch die Wechselspieler der Bullen, allen voran Danijel Savic, fügten sich mit einer starken Leistung nahtlos in das gut funktionierende Mannschaftsgefüge der fünf über das Spielfeld rollenden Bullen ein und zeigten sich für den klaren 95:30-Erfolg mitverantwortlich.
Allmann 10, Klee 8, Auer, Kieweg je 6, Edenhofer, Karl, Leitner, Riedlecker bzw. Gustavsson 26, Kraft 23, Wastian 18, Eckerl 8, Kaufmann 7, Riedl 6, Savic 3, Prause 4, Bock
Conveen Sitting Bulls – RSC Tirol 94:35 (51:23)
Im ersten Spielabschnitt hielten die Tiroler rund um Routinier Harald Eder ganz gut mit den niederösterreichischen Favoriten mit, einige spektakuläre Punkte, die Eder und Schett teilweise unter starker Bedrängnis erzielten, hielten die Westösterreicher im Spiel. In der Defense der Sitting Bulls, die einige neue taktischen Varianten ausprobierten, taten sich insbesondere zu Beginn aber auch einige Löcher auf, die im weiteren Spielverlauf immer seltener auftreten sollten.
Bereits im zweiten Viertel machte sich die stärkere Physis und Kondition der Bullen bemerkbar. Angeführt von Joachim Gustavsson, der jetzt richtig gut ins Spiel fand und in den zweiten zehn Minuten 14 Punkte erzielte, zogen die Bullen bis zur Pause auf 51:23 davon und erzielten damit bereits die Vorentscheidung. In weiterer Folge passierte nicht mehr viel Aufregendes, erwähnenswert sind allerdings die weiteren 17 Punkte von Gustavsson im letzten Viertel, die sein Konto auf insgesamt 45 hochschnellen ließen.
Gustavsson 45, Kraft 13, Riedl 12, Wastian 10, Kaufmann 8, Prause 4, Eckerl 2, Bock, Savic bzw. Eder 16, Schett 13, Hermann-Gruber, Lechner, Thurner je 2, Oberthanner, Stubenvoll
Conveen Sitting Bulls – Flink Stones 86:64 (46:29)
Das erste Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in der Saison 2009/2010 am 7. 11. in St. Veit/Glan war eine enorm spannende Begegnung gewesen, die die Bullen erst in den Schlussminuten für sich entscheiden konnten – diesmal wollte Andreas Zankl, dass seine Spieler schon früher den Sack zumachten. Ein wenig überraschend rollten für die Niederösterreicher diesmal Gustavsson, Prause, Wastian, Kaufmann und Riedl auf den Court, während die gastgebenden flinken Steine auf ihre übliche Starting Five mit Goldgruber, Theissl, Tomaschitz, Grabner und Schmerlaib vertrauten.
Die Sitting Bulls begannen mit einer guten Defense, spielten aggressiv am Rollstuhl und konnten ihre stärkste Offensivwaffe, Joachim Gustavsson, am rechten Flügel immer wieder in Position bringen. Während Gustavsson im ersten Spielabschnitt „on fire“ war und seine ersten sechs Würfe alle einnetzte, zeigte sich auch Prause in guter Form und erarbeitete sich gute Positionen im Inside-Spiel. Nach dem 22:12 in Minute 8 fingen sich die Steirer wieder ein bisschen und kamen durch den bis dahin ziemlich kalt gestellten Goldgruber bis zur Schlusssirene des ersten Viertels wieder auf 25:18 heran. Gegen den schwedischen Legionär der Bullen hatten sie in der Verteidigung allerdings kein Rezept gefunden, 22 Punkte von Gustavsson in Viertel Eins stehen für sich.
Danach spielte vor allem Tomaschitz recht stark und brachte die Heimischen auf bis zu 27:22 heran, aber zunächst der immer wieder abrollende Kaufmann, der von Gustavsson immer wieder frei gespielt wurde, und danach Andreas Kraft, der von der Bank ganz viel Schwung brachte, setzten zahlreiche offensive Akzente und sorgten so für eine sichere 46:29-Pausenführung.
Beide Mannschaften starteten aufgrund von Foulproblemen (Wastian 3 bzw. Tomaschitz 4, Schmerlaib 3) mit leicht geänderten Formationen in die zweite Halbzeit. Die ersten fünf Minuten dieses Spielabschnitts gehörten den Flink Stones, die es aber nie schafften, den Rückstand auf unter 13 Punkte zu drücken. Durch die anschließende Presse und einen in dieser Phase stark aufspielenden Kraft, der dank 11 Rebounds ein Double-Double erzielte, zogen die Bullen dann binnen drei Minuten auf 64:42 davon, die Vorentscheidung war gefallen. Danach plätscherte das Match nur mehr vor sich hin, die Sitting Bulls brachten genau diesen Vorsprung ins Ziel und feierten einen souveränen 86:64-Erfolg. Im Gegensatz zur vom Ergebnis und insbesondere vom Verlauf her weitaus knapperen Partie im November konnte man doch eine weitaus größere mannschaftliche Geschlossenheit und bessere Fitness bei allen Bullen feststellen, die in der nächsten Meisterschaftsrunde im Februar in Wien spielfrei sind. Stattdessen geht es zu den Malmö Open und in die intensive Vorbereitung auf die Euroleague II von 12. bis 14. März in Klosterneuburg.
Gustavsson 35, Kraft 24, Kaufmann 9, Eckerl, Prause, Riedl je 6, Wastian bzw. Goldgruber 16, Theissl 14, Tomaschitz 12, Grabner 11, Prem 6, Schmerlaib 3, Kopp 2, Grundner
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