Der schwedische Neuzugang Joachim Gustavsson feierte bei der dritten Runde der österreichischen Meisterschaft in St. Veit/Glan ein erfolgreiches Debüt für die niederösterreichischen Sitting Bulls, die diese Saison unbedingt ihren Titel verteidigen wollen. Die Bullen besiegten am Samstag die tschechische Mannschaft aus Brno souverän, bevor sie sich in einer spannenden Partie gegen die bisher unbesiegten und erneut stark aufspielenden Steirer mit 62:50 durchsetzten. Matchwinner war dabei der Europameister von 2007 – Gustavsson erzielte elf seiner 33 Punkte in sechs Minuten des letzten Viertels. Damit bleiben die Sitting Bulls als einziges Team in Österreich ohne Niederlage – Die härtesten Konkurrenten in der Saison 2009/2010 scheinen neben den steirischen Flink Stones die Dolphins aus Wien zu sein, die sich beim 70:67-Sieg gegen Prag allerdings ein wenig schwer taten.
Auch wenn die Starting Five der Sitting Bulls (Gustavsson, Kraft, Wastian, Kaufmann, Riedl) gerade einmal 12,5 Klassifikationspunkte aufwies, starteten die Fünf los wie die Feuerwehr. Eine gute Defense und schnelle, erfolgreich abgeschlossene Fastbreaks brachten den Bullen einen komfortablen 14:4-Polster schon nach vier Minuten. Danach verschwand die anfängliche Aggressivität etwas und die Tschechen waren in weiterer Folge vor allem durch schöne Würfe von Belansky und Minarik aus der Mitteldistanz immer wieder erfolgreich, während das Offensivspiel der Niederösterreicher ein wenig einschlief und die sich jetzt seltener bietenden Gegenangriffe der Bulls teils sehr fahrlässig vergeben wurden. Im gesamten zweiten und dritten Viertel waren für die Bullen trotz zahlreicher Spielerwechsel von Coach Andreas Zankl einzig und allein Gustavsson und Wastian aus dem Feld erfolgreich, in Minute 26 kamen die Brünner nochmals auf 34:39 heran. Danach zündeten die Bulls aber wieder ihren Aggressivitätsturbo. Die Full Court Press brachte zahlreiche Steals, zusätzlich bekam Belansky jetzt Foulprobleme. Mann des Spiels im letzten Viertel, in dem die Sitting Bulls mit 29:6 über ihre Gegner hinwegfegten, war Andreas Kraft mit 11 Punkten
Gustavsson 22, Wastian 19, Kraft 15, Riedl 8, Kaufmann 4, Eckerl, Prause je 2, Hanisch, Savic bzw. Belansky 20, Minarik 8, Farkas 7, Kasparovsky 4, Vrba 2, Jochymek, Klecka, Nahlik, Pohlmann
Conveen Sitting Bulls – Flink Stones 62:50 (31:27)
Da Andreas Kraft als Unter-18-Jähriger dank einer Regeländerung heuer auch in der Euroleague 2 mit einem Bonusklassifikationspunkt spielt, schickte Andreas Zankl mit Prause, Gustavsson, Kraft, Wastian und Riedl seine vermeintlich stärkste Formation in dieser Saison auf den Court. Die Flink Stones mit Goldgruber, Theissl, Tomaschitz, Grabner und Schmerlaib lagen aber von Beginn an fast durchgehend knapp in Front – die Verteidigung der Sitting Bulls erwies sich zu Beginn als doch recht löchrig, und diese Löcher konnte Nationalteamcenter Markus Theissl immer wieder erfolgreich ausnutzen. Nach dem 8:12 durch Goldgruber suchten die Sitting Bulls im Angriff immer wieder ihren schwedischen Neuzugang, der seinen starken Wurf vom rechten Flügel auch gleich mehrmals erfolgreich netzte. Nach den ersten zehn Minuten führten jedoch nach wie vor die Steirer mit 18:17.
Nach einem technischen Foul an Jörg Goldgruber verwertete Gustavsson zum 23:23-Ausgleich, ehe Hanisch die Sitting Bulls wieder in Führung brachte. Die Bullen spielten jetzt wieder mit deutlich weniger Klassifikationspunkten auf dem Feld, die Presse funktionierte aber recht gut. In der Offensive agierten die Bullen jedoch großteils ohne Hörner. Dem Angriffsspiel merkte man phasenweise deutlich an, dass Gustavsson gerade erst mal eine Trainingseinheit gemeinsam mit seinem neuen Team absolviert hat. Die übrigen Spieler suchten ihn zwar regelmäßig auf seiner Wurfposition, aber danach passierte zu wenig. Und weil man aus extrem statischen Spiel halt nicht unbedingt immer so viele Punkte erzielt, war bei der Halbzeitführung von 31:27 zugunsten der Bullen noch nichts entschieden.
Wenig Neues im dritten Spielabschnitt: Die Verteidigung der Bullen ist meist 22 Sekunden lang ausgezeichnet, die geduldigen Flink Stones finden aber meist kurz vor dem Buzzer noch Goldgruber oder Theissl, der der dominierende Spieler in der Zone ist, aber seit Minute 23 vier Fouls auf seinem Konto hat. Ihm gelingt der mindestens sechste Buzzerbeater für sein Team zum 38:40. Kapitän Grabner bringt seine flinken Steine in Minute 31 nochmals auf einen Punkt heran (42:43), den erfolgreichen Distanzwurf von Martin Riedl kontert Theissl, der insgesamt auf 25 Punkte kommen sollte, zum 44:45 aus Sicht der Steirer. Dann aber der entscheidende Run der Sitting Bulls, deren bessere Kondition sich jetzt in einer starken Presse und mehreren Balleroberungen niederschlägt. Gustavsson trifft in dieser Phase fast alles und bringt seiner neuen Mannschaft fast im Alleingang eine 12-Punkte-Führung. In den letzten beiden Minuten passiert nicht mehr viel, die Bullen spielen routiniert die Uhr herunter und feiern einen 62:50-Erfolg. Gerade aber das Offensivspiel sollte bis zur Euroleague im März 2010 ein wenig kreativer werden.
Gustavsson 33, Kraft 15, Riedl 6, Wastian 4, Hanisch, Prause je 2, Kaufmann bzw. Theissl 25, Grabner, Goldgruber je 10, Tomaschitz 5, Schmerlaib
Punkte Conveen Sitting Bulls gesamt:
Gustavsson 55, Kraft 30, Wastian 23, Riedl 14, Kaufmann, Prause je 4, Eckerl, Hanisch je 2, Savic
Ergebnisse der anderen Spiele:
Carinthian Broncos – Flink Stones 56:92
Prag – Carinthian Broncos 75:37
Prag – Hobit Brno 62:41
ABSV LoFric Dolphins Wien – Carinthian Broncos 74:37
Prag – ABSV LoFric Dolphins Wien 67:70
Carinthian Broncos – Hobit Brno 33:60
Weiterführende Links:
| Tabelle | Bilder |




