Sitting-Bulls-Spieler Joachim Gustavsson und das Team Sverige in Adana Neunte
Die von 07. bis 15. Oktober im südtürkischen Adana ausgetragene Europameisterschaft im Rollstuhlbasketball beeindruckte nicht nur durch die große, frenetische Fangemeinde der Gastgeber, sondern auch durch zahlreiche spannende Duelle und einige faustdicke Überraschungen. So scheiterte der Europameister von 2007, das schwedische Team rund um den Österreich-Legionär Joachim Gustavsson, etwas überraschend bereits an der Qualifikation für das Viertelfinale. Zwar besiegte man zunächst den späteren Gruppensieger Frankreich klar, doch mit einer knappen 62:69-Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen die als haushohe Favoriten gehandelten Briten rund um die beiden Ausnahmespieler Jon Pollock und Simon Munn vergaben die Männer aus dem hohen Norden die Chance auf Gruppenplatz 2. Sie mussten sich daher mit dem 5. Platz in der Gruppe A zufrieden geben. Das Duell gegen die holländische Mannschaft um den Verbleib in der höchsten Division und das Spiel um Platz 9 gewannen die Schweden dann souverän – neben dem jungen holländischen Team müssen die Schweizer Eidgenossen nach einer dramatischen 56:57-Niederlage gegen die Belgier den Abstieg in die Division B antreten, wo sie möglicherweise wieder auf Österreich treffen könnten.



Die Conveen Sitting Bulls waren das einzige spielfreie Team der ersten Meisterschaftsrunde in Tirol – umso größer war die Vorfreude bei den Niederösterreichern darauf, endlich in Runde 2 im Sportzentrum Rif in Salzburg ins Geschehen eingreifen zu dürfen. Und auch wenn mit dem schwedischen Legionär Joachim Gustavsson (die Reisestrapazen nach der EM in Adana wären zu groß gewesen), Andreas Kraft (bei der Schwimm-EM in Island im Einsatz), Martin Riedl und Thomas Holzreiter gleich vier als Starting-Five-Spieler zu wertende Teammitglieder nicht dabei sein konnten, präsentierten sich die Sitting Bulls, die in der Vorbereitung noch alles andere als spritzig wirkten, auch mit kleinerem Kader über weite Strecken als sehr ernstzunehmender Meisterkandidat und freuen sich über drei klare Siege.
Von 12.-14. März 2010 weilt der internationale Rollstuhlbasketballverband wieder in Klosterneuburg, wenn die Vorrunde der Euroleague 2 im Happyland über die Bühne geht. Bei der diesjährigen Vergabe haben die Conveen Sitting Bulls zum 4. Mal nach 2002, 2003 und 2008 den Zuschlag erhalten, zum ersten Mal im Rahmen der im Vorjahr geschaffenen Euroleague 2. Zu Gast sind dieses Mal neben dem ASV Bonn aus Deutschland das israelische Team Beit Halochem aus Tel Aviv, die Steelers aus Sheffield, Vereinigtes Königreich und die Silverspokes aus Gent, Belgien. Mit allen vier Teams hatten die Klosterneuburger Rollstuhlbasketballer bereits Kontakt in diversen Europacupspielen, die Steelers fügten den Bulls in der vorjährigen Euroleague-Vorrunde eine knappe, aber schmerzliche Niederlage zu. Dennoch sind bei den europäischen Teams jedes Jahr die Karten neu gemischt, auch bei den Conveen Sitting Bulls hofft man mit dem gesamten Kader, speziell mit dem schwedischen Zugang auf der Centerposition Joachim Gustavsson und dem heimischen Publikum im Rücken das Ziel Europacup-Endrunde zu erreichen, wofür zumindest ein dritter Platz in der Vorrunde notwendig ist.
